Klosterkirche St. Bonifatius

Die Klosterkirche St. Bonifatius in Zscheiplitz wurde im späten 11. Jahrhundert, vielleicht auch im frühen 12. Jahrhundert, errichtet. Sie zählt zum Typ der sogenannten Chorturmkirchen: der quadratische Turm befindet sich im Osten und bildet im Untergeschoss den netzgewölbten Altarraum. Hieran  schließt sich eine halbkreisförmige Apsis mit einem zweigeteilten Maßwerksfenster. Nach Westen hin folgt das sehr langgestreckte, rechteckige Kirchenschiff, das in der 1. Hälfte des 13. Jahrhunders eine nochmalige Erweiterung erfuhr. In dieser Zeit wurde eine Nonnenempore angefügt. Unter Ihr öffnet sich eine rundbogige Doppelarkade. Der untere Raum diente später als Familiengruft für die Besitzer des Gutes.

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Zeitnah wurde an der Nordseite der Kirche ein kappellenartiger Raum angebaut, im Osten wieder mit einer halbkreisförmigen Apsis, nach Westen hin ebenfalls mit einer Empore über einer Doppelarkade versehen. Dieser Anbau trägt frühgotische Fenster und Türen. Im Glockengeschoss des Turmes befinden sich rundbogig gedoppelte Schallöffnungen.

Das einzige wertvolle Stück der älteren Ausstattung ist ein gotisches Kalksteinrelief. Dargestellt ist Jesus Christus als Schmerzensmann. Die Arbeit dürfte um 1500 anzusetzen sein.

Die nach 1945 immer mehr verfallene Kirche wurde durch das langjährige Engagement der Klosterbrüder am 13. November 1994 mit einem Gottesdienst wieder feierlich eröffnet werden.

Heute wird die Kirche für Konzerte und Trauungen (Pfarramt Freyburg) genutzt.

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