Das Herrenhaus

Hallo und herzlich willkommen im alten Zscheiplitzer Herrenhaus, einem der ältesten europäischen Adelssitze!

Als integrierter Bestandteil der Initiative “Aufnahme als Bestandteil des UNESCO Weltkulturerbes“ erschien Zscheiplitz zum ersten Mal in seiner Jahrhunderte währenden Geschichte auf der Landkarte der kulturellen Schätze der Welt.

Obwohl zur Aufnahme als UNESCO Weltkulturerbe lediglich die St. Martinskirche in die Bewerbung einbezogen worden ist, liegt doch mit Recht die Aufmerksamkeit von Besuchern und geschichtlich Interessierten auf der historischen Entwicklung des gesamten Ortes, wie er oben auf dem Berg thront und auf das gesamte wunderschöne Flusstal der Unstrut herabschaut.

Spuren einer ersten Besiedlung durch den Menschen gibt es dort schon von vor 10.000 Jahren, so zeigen Befunde der Archäologie aus der späteren Jungsteinzeit, dem Neolithikum.
Die erste Welle der fränkischen Kolonisierung hatte die Unstrut im frühen 9. Jahrhundert erreicht, bis dahin war es ein slawisch geprägtes Land, bewohnt von Völkern mit einer kulturellen, ethnischen und genetischen Identität, verwandt jener der heutigen Sorben und Tschechen.
Zscheiplitz war ausersehen ein zentraler Punkt der Fränkischen Expansion im Gebiet von Ost-Thüringen zu werden. Irgendwann im Laufe des 10. Jahrhunderts wurde es zur Residenz der Familien, die das Gebiet im Auftrag der deutschen Könige und Kaiser des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation aus der Dynastie der Ottonen, regierten: Den Grafen von Goseck, den sächsischen Pfalzgrafen und einem jüngeren Zweig der Familie der Wettiner.

Unter dem Namen “Weissenburg” blieb der Sitz bis zum Tode des Pfalzgrafen Friedrichs III in der Hand der Familie Goseck. Der Chronik von Reinhardsbrunn zufolge wurde er auf Befehl seines Rivalen um Macht, Reichtum und Einfluss, dem Grafen Ludwig von Thüringen, ermordet. Nach kurzer Haft hat Ludwig dann Friedrich`s Gattin und nunmehr Witwe Adelheid geehelicht, die den Fürstensitz und das Umland dem St. Bernard-Orden zur Vergebung ihrer Sünden schenkte.
Mit dem Tod seiner letzten Bewohner wurde das Nonnenkloster von Zscheiplitz in den 1540er Jahren aufgelöst. Dorf und Grundstück kamen in den Besitz von Moritz von Sachsen, der das Zscheiplitzer Herrenhaus errichtete, das ausschließlich den Edlen des Landes als Besitz zur Verfügung stehen sollte.

Durch Rückzugsgefechte Napoleon Bonapartes wurde Zscheiplitz nur wenig in Mitleidenschaft gezogen. Er hatte im Oktober des Jahres 1813 seine Artillerie zur Deckung seines Rückzuges auf dem Hügel in Stellung gebracht. Auch von den 2 Weltkriegen des 20. Jahrhunderts blieb das Dorf weitestgehend unberührt. So hat das Dorf Zscheiplitz im Gegensatz zu vielen anderen kein Denkmal für seine Kriegstoten.

Nach dem 2. Weltkrieg gehörte der Herrensitz bis zur sozialistischen Gebietsreform der Familie Bila, und danach, in Gemeinschaft, 12 Flüchtlingsfamilien aus den verlorengegangenen Ostgebieten Deutschlands. In den frühen 2000er Jahren war das Herrenhaus am Rande einer Katastrophe: Es hatte 2 seiner 5 Dächer verloren, die gesamte Fassade und alles schmückende Inventar eingebüßt, Öfen und Feuerstellen waren zerstört, die elektrische Verkabelung herausgerissen, das Wasserleitungssystem nicht mehr funktionsfähig, die Fußböden verfault und Fenster und Türen zerbrochen.

Im Jahre 2008 konnte die Familie von Hahn, direkte Nachkommen des Grafen Burchard I. von Goseck in mütterlicher Linie und somit gleichermaßen verwandt mit Friedrich III und Ludwig von Thüringen, die Ruinen des Herrenhauses erwerben.
Über die letzten zwei Jahrhunderte waren unsere Vorfahren im Baltikum ansässig und dort in ganz verschiedenen Funktionen in militärischen und diplomatischen Bereichen für das russische Zarenhaus in Diensten.

Seitdem wir im Sommer 2011 im Herrenhaus von Zscheiplitz unseren Wohnsitz genommen haben, haben wir im Verlauf der letzten 5 Jahre Haus und Gärten des früheren Klosters einer gründlichen Renovierung unterzogen.
Wir erhalten keine unmittelbaren finanziellen Hilfen dazu, weder von Seiten des Staates noch von mit dem Denkmalschutz betrauten Behörden. Dennoch ist es unser Ziel, die Geschichte der Gebäude mit der interessierten Öffentlichkeit zu teilen indem wir das Haus für Besucher geöffnet halten.

Wenn Sie mögen, können Sie uns gern bei der Renovierung finanziell helfen. Über eine Spende von Ihnen an:
Kadri von Hahn
Sparkasse Burgenlandkreis
IBAN DE23 8005 3000 1141 0323 48
BIC NOLADE21BLK
Kennwort: Renovierung Kloster Zscheiplitz
freuen wir uns sehr.

Wir fühlen uns geehrt, Sie zur Entdeckung unseres Herrenhauses, und auch des Tales, gemeinsam mit uns, einzuladen. Wir geleiten Sie gern durch seine Schätze, seien sie nun künstlerischer oder geschichtlicher Natur: steile Weinhänge, alte Festungen, malerische Ortschaften und Parks. Auch organisieren wir für Sie unterschiedlich angelegte Touren in der Region, z.B. mit dem Fahrrad, als Wanderung oder mit dem Kajak.

Wir haben ferner vor, Events mit kulturellem und künstlerischen Hintergrund zu organisieren, dabei denken wir an ein weitgefächertes und ausgelassenes Angebot: Photographie und bildnerische Kunst, Schauspiel und Musik.

Weltkulturerbe bedeutet für uns, die Region mit Blickrichtung auf die übrige Welt zu öffnen, alle Menschen dafür zu interessieren, sie unter dem Dach des europäischen kulturellen Erbes zusammenzubringen. Kommen Sie doch einfach vorbei, und- so Deutsch nicht gerade Ihre Stärke ist – bei uns werden alle verbreiteten europäischen Sprachen gesprochen.

%d bloggers like this: