Zscheiplitz Laboratorium

GER/ ENG


Kloster Zscheiplitz Laboratory of Heritage & Sustainable Development
(ZSD) – 

Ein Zentrum zur Erforschung des engen Zusammenhangs von Nachhaltigkeit und kulturell-geschichtlichem Erbe

Vorläufiger Vorschlag, nicht für die Weiterverbreitung

Was heißt ZSD?

Zscheiplitz Sustainable Development  – Initiative für eine nachhaltige Entwicklung von Zscheiplitz

Übersicht

Der Begriff Nachhaltigkeit wird in aller Regel in Bezug auf die Nutzung der Natur angewandt. Damit gemeint ist im übertragenen Sinne die Nutzung der Natur als eine Form eines Kapitals in der Weise, dass lediglich Kapitalerträge abgeschöpft werden, ohne jedoch das Kapital selbst anzugreifen. Im Gegenteil: Es ist sogar beabsichtigt, das Kapital selbst zu mehren.

Nachhaltige Bewirtschaftung ist ein Management in der Art, dass dieses Kapital den Bedürfnissen der Gegenwartsgeneration dient ohne dass die Bedürfnisse zukünftiger Generationen in Mitleidenschaft gezogen werden. Man spricht vom Intergenerationen-Equity-Prinzip IEP, 1987 von der Brundtland Kommission für Umwelt und Entwicklung (World Commission on Environment and Development) formuliert.

Ein weiteres Schlüsselelement eine Bewirtschaftung der Natur betreffend ist das Vorsorgeprinzip. Bei einem bestehendem Risiko mit unumkehrbaren Folgen, wie zum Beispiel dem Verschwinden einer Art, legt es eine eher zurückhaltende Verhaltensweise beim Treffen von Entscheidungen nahe.

Beide Prinzipien – Nachhaltigkeit und Vorsorge – sind auch für den Umgang mit dem kulturellen Erbe, das man ebenfalls als ein Kapital,  das der Menschheit zur Verfügung steht, betrachten kann, anwendbar. Weil dieses kulturelle Kapital, sei es nun materiell oder immateriell, die Kultur verkörpert, wie wir sie von unseren Vorfahren ererbt haben und an künftige Generationen übergeben wollen, ist es unvermeidbar, ebenso wie es auch beim Naturerbe der Fall ist, dass Fragen die die Erhaltung des Wertes beim Übergang zwischen den Generationen (intergenerational equity) betreffen, gestellt werden müssen. Entscheidungen beim Umgang mit kulturellem Erbe sehen sich immer mit Langzeit-Auswirkungen konfrontiert. Dies gilt sowohl für Strategien zur Werterhaltung, als auch bei der Anpassung an die Lebensumstände der Gegenwart und die Zuführung zu einer angepassten (Wieder-)Nutzung im aktuellen Umfeld. Ganz ähnlich kann das Vorsorgeprinzip beeinträchtigt werden, wenn ein Abriss eines historischen Gebäudes verfügt wird; einmal beseitigt ist ein solch kulturelles Erbe unwiderruflich dahin (World Commission on Culture and Development 1995; UNESCO 1998; Throsby 2003).

Unter der Annahme dass ein Konzept ökologischer und umweltfreundlicher Entwicklung (oft als ESD bezeichnet) ein Gegenüber in nachhaltiger kultureller Entwicklung (CSD) hat, kann man in der Tat fortfahren, weitere Parallelen zwischen einer Nachhaltigkeit in Bezug auf das Kapital der Natur einerseits und das Kapital der Kultur andererseits aufzuzeigen. Dies kann im Weiteren dazu führen, unter ökonomischen Aspekten gangbare Wege für nachhaltiges Wachstum zu finden.

Bezogen auf das kulturelle Erbe bedeutet das Erzielen einer Nachhaltigkeit die Bereitung eines Bewusstseins  letztendlich auch als Voraussetzung für Investitionen. Schritte auf diesem Weg können sein:

• Erzeugen einer positiven Grundhaltung in materieller und immaterieller Sicht bei anzusprechenden Interessenten;

• Den Prinzipien des Ausgleichs zwischen den Generationen (intergenerational equity) mit gebührender Sorgfalt im Hinblick auf das Interesse künftiger Generationen dienen;

• Sichern einer gerechten Verteilung der positiven Aspekte bei der Nutzung kulturellen Erbes innerhalb der gegenwärtigen Generation;

• Die Aufmerksamkeit in besonderer Weise auf eine dauerhafte Erhaltung kultureller Werte, vorgegeben durch das Kulturerbe selbst, und die Dienste die es leistet, auszurichten.

Eine an der Kultur orientierte Politik  wird in zunehmendem Maße im städtischen wie auch im ländlichen Bereich innerhalb von Strategien zur Freizeitgestaltung angesiedelt. Dazu gehören touristische Aktivitäten genauso wie kulturelle Veranstaltungen, auch solche gewerblicher Art. Die Teilnahme an derart ausgerichteten Programmen und auch regionale Planung dienen immer auch der Allgemeinbildung. Im Falle der Initiative von London`s „Historischer Umwelt“ hat diese Form der Politik beispielhaft die Nachhaltigkeit der natürlichen und durch den Menschen geschaffenen Umwelt unter Einbeziehung wichtiger städtischer Kulturerbestätten deutlich gefördert, indem sie darauf ausgerichtet war, Rahmenbedingungen für eine gemeinsame Strategie für Tourismus und Kultur zu schaffen.

Ziele

Das Ziel der ZSD ist es eine Plattform für die interdisziplinäre Diskussion über Szenarien der Nachhaltigkeitsentwicklung des einzigartigen Saale-Unstrut Region darzustellen. In der Region gibt es drei Schutzgebiete von internationaler kultureller, ökologischer und wirtschaftlicher Bedeutung:

  • UNESCO Welterbe der Saale Unstrut Region,
  • Nationalpark Saale-Unstruttal/ Triasland, und das
  • Weinanbaugebiet Saale-Unstrut.

Die Diskussion sollte sich auf die Ausformulierung von kohärenten Strategien mit deren Hauptzielen, zum Beispiel  durch Förderung der Effizienz durch Vernetzung  wirtschaftlicher -, umwelt- und sozio-kultureller Vorteile, die aufgrund der Erhaltung des kulturellen Kapitals zu erwarten sind und dessen Schutz gleichzeitig im öffentlichen Interesse liegt, richten.

Solche Strategien beinhalten auch die Schaffung von Anreizen materieller Art auf Basis bestehender oder noch als Vorschlag zu formulierender gesetzlicher Grundlagen, die dazu geeignet sind kulturelles Erbe zu pflegen, zu erhalten und präsenter zu machen. Eine Wertsteigerung des Kulturerbes ist das Ziel, was zwangsläufig auch eine positive Auswirkung auf  Eigentum, Service und den Tourismusmarkt hat und letztendlich lokale Entwicklungsperspektiven und damit Arbeitsbeschaffungsmöglichkeiten initiiert.

Die wirtschaftliche Ergebnisse der Investitionsvorhaben sind von der Annahme und richtigen Anwendung der politischen Instrumentarien (steuerliche Anreize, Zugang zu spezielle Kreditlinien, Grundsteueraufschub, usw.) abhängig. Diese Instrumentarien können deutlich messbare wirtschaftliche Erträge produzieren und gleichzeitig den marktfremden Legacy-Wert (Wert der Erbschaft) der Kulturerbe-Güter schützen und bewahren.

Systemische Lösungsansätze sollten vorzugsweise „heritage-led“, also unter Voranstellung des Kulturerbe-Gedankens, gefunden werden. Dazu erscheinen insbesondere breit und interessenübergreifend angelegte, deutlich sichtbare Projekte mit Beispielwirkung geeignet zu sein. Um eine schnelle Duplizierung und ein Upscaling zu erreichen, erscheint es zweckmässig, sich der Instrumente eines „Role-models“ und eines „Replicators“ zu bedienen.

„Replicators“ sind ländliche oder urbane Landschaften, dass von der ‘Role Models’ unterstützt werden und sind zu ihren ‘heritage-led’ Erneuerung während den Dauerzeit des Projekts verpflichteten; sie replizieren und kontextualisieren die Erbe-erneuerung Entwürfe des ‘Role Models’. ‘Role Models’ sollten die ‘Replicators’ Beratung, Unterstützung, Mentoring, sowie Zugang zu ihrem Know-how bereitstellen. ‘Replicators’ sollen helfen, die Benutzererfordernisse und Methodologie (für die Übertragbarkeit von Lösungen, Datensammlung, usw.) zu bestimmen.

Modellhaft sollte zunächst an einem einzigen Projekt eine systematische Vorgehensweise zur Wiedererweckung eines einzelnen Teiles aus dem kulturellen Erbe, fast leider immer zwangsweise aus einem größeren Zusammenhang, durchgeführt werden. Ist ein Erfolg zu sehen, gilt es möglichst schnell die wichtigen Kriterien klar zu formulieren, die eine schnelle Übertragbarkeit der Handlungsmuster auf andere Projekte, zunächst in der unmittelbaren Umgebung, dann in der Region, gewährleisten. Ist dieses gelungen, ist die Schaffung eines Musterbeispiel für die Auswirkungen der Wiedererweckung bisher brachliegenden kulturellen Erbes mit Vorbildcharakter für ganze Regionen möglich.

Ziele des Projektes:

  • in ‘Role models’, linking where appropriate cultural and natural heritage;
  • Die systematische Abbildung, Analyse und Dokumentation eines erfolgreichen ‘heritage-led’ Erneuerungsmodelles; Die gewonnenen Daten sollten in geeigneter Weise allen kompetenten und interessierten Behörden, Planern, Praktikern, Unternehmern und Vertretern des öffentlichen Lebens mittels moderner Wege der Kommunikation und über gerichtete Aus- und Weiterbildungsstrategien zur Verfügung gestellt werden. Ganz besonderer Wert sollte dabei auf erfolgreiche Geschäftsmodelle, finanzielle Mechanismen, die Initiierung von Investitionen, Verwaltungsstrukturen, die räumliche Entwicklung im städtischen wie ländlichen Bereich und gesetzliche Rahmenbedingungen gelegt werden.
  • Die Bereitstellung von Expertise, Beratung und Kompetenz; Einbringung dessen bei der Vorbereitung und Entwicklung sowie während der gesamten Dauer eines the project their heritage-led regeneration plans. Dazu gehören auch Geschäfts- und Management-Modelle, finanzielle Mechanismen, Verwaltungsstrukturen, angepasste Planungsverfahren und gesetzliche Rahmenbedingungen.
  • Die Einrichtung eines robusten begleitenden Supervisionssystems, welches in besonderer Weise dazu geeignet ist, die Umsetzung der Planung in die Praxis anhand von eindeutigen Kriterien in Einzelschritten nachvollziehbar  und quantifizierend zu überwachen. Dabei fungiert die Ausgangssituation zum Zeitpunkt des Projektvorschlages als Grundlinie, von der das Projekt ausgegangen ist. Der Zeitraum sollte mindestens 2 Jahrebetragen. Eine darüber hinaus andauernde Projektbegleitung sollte aber die Dokumentation weiter fortsetzen. Dies würde auf jeden Fall eine weitere Wertschöpfung bedeuten
  • Die Erarbeitung eines praktischen Leitfadens, an den sich weitere prinzipiell ähnlich geartete Projekte zur Wiedererweckung kultureller Erbestätten halten können und der ihnen erlaubt, von den erzielten Fortschritten vorausgegangener Projekte zu profitieren, um die Effizienz auf diesem Weg zu erhöhen.
  • Die Identifizierung potentieller regulatorischer, wirtschaftlicher und technischer Hinderungsgründe und dazu die Erarbeitung konkreter Lösungsvorschläge zu deren Beseitigung an politische und andere Entscheidungsgremien.
  • Schaffung einer langfristig zugänglichen Datenbank, die allen Interessenten Basisdaten, operationelle Daten, Messwerte und Erfahrungswerte, auch zu Verfahren der Zusammenarbeit unterschiedlicher Partner  liefert mit dem Ziel einer effektiveren Kommunikation, einer gerichteten Beratungsnutzung bei gleichzeitigem Erfahrungsaustausch. Dadurch kann gewissermaßen ein Wissensportfolio gebildet werden,  das dann auch bei langfristigen Planungen weiterer Projekte sicher zur Verfügung steht. Der Bestand erarbeiteter Werte ist dadurch gesichert.

Es kann erwartet werden, dass die Projekte in der folgenden Weise einen Beitrag leisten:

  • Bei der Schaffung neuer Leitsätze für eine Einbeziehung von Kulturerbe in die Gegenwart. Statt von einer jeweils neu an einem bestimmten Objekt individuell gebrauchten Vorgehensweise kommt man zu eher flächendeckend anwendbaren vereinheitlichenden Mustern, deren Vorlage die Arbeit an individuellen Objekten deutlich erleichtern dürfte.
  • Es ergeben sich neue wirtschaftlich interessante Möglichkeiten der Nutzung und auch für lohnende Investitionen. Neue Produkte und Dienstleistungen können sich daraus entwickeln, regulative und verwaltungstechnische Hinderungsgründe können ausgeräumt werden,  eine innovative Verwaltung kann sich interdisziplinär Problemen annähern. Das Engagement von Bürgern kann gezielt gefördert werden. Besondere Qualifikationen werden sich ebenso entwickeln, daraus resultierend gegebenenfalls sogar qualifizierte Jobs.
  • Deutschlands führende Position bei dem Voranbringen, der Finanzierung, der Entwicklung, der Organisation, der Begründung innovativer Nutzung und dem verantwortlichen Umgang mit dem Kulturellen Erbe wird dadurch gestärkt. Dies strahlt auch nach Europa und darüber hinaus aus.
  • Sicherung und Bewahrung des Kulturerbes, Schaffung einer dauerhaften Pflege durch Verteilung der Aufgaben auf eine breitere gesellschaftliche Basis indem die Bereitschaft zur Übernahme von Verantwortung für kulturelles Erbe populärer gemacht wird. Gemeinschaftliches Handeln für das kulturelle Erbe wird seine Nutzung voranbringen, es wird immer im Ergebnis weniger als Kostenfaktor als vielmehr als  Freisetzung schlummernden Potentials gesehen, als Antrieb für Innovationen, als Katalysator für ökonomisches Wachstum und Arbeitsplätze. Die politische Akzeptanz von Maßnahmen zur Erhaltung kulturellen Erbes wird gefördert.
  • Für die neue (Wieder-)Nutzung kulturellen Erbes in unterschiedlicher Intensität werden quantifizierbare Aussagen über Vorteile im Hinblick auf kulturelle, soziale, umweltbestimmte oder ökonomische Felder ( z.B. bei Gründung neuer Firmen, Entstehung neuer Produkte in unterschiedlichen Feldern wie in den Bereichen Dienstleistungen, Tourismus, Bauwirtschaft, Talententwicklung oder auch bei der Einwerbung von Investitionsvorhaben) gewonnen werden, das schließt benachteiligte und weniger entwickelte Gebiete ein.
  • Mobilisierung von Investitionen, Öffnung neuer Marktchancen für geschäftliche Entwicklungen, eine bessere Vernetzung mit kompetenten Behörden führt zu wachsendem Interesse von Investoren  kulturelles Erbe für eine Wiederbelebung ihrer Städte oder ländlichen Regionen nutzbar zu machen.

Informationen über Kloster Zscheiplitz

Spuren einer ersten Besiedlung durch den Menschen gab es dort schon von vor 10.000 Jahren, so zeigen Befunde der Archäologie aus der späteren Jungsteinzeit, dem Neolithikum.

Die erste Welle der fränkischen Kolonisierung hatte die Unstrut im frühen 9. Jahrhundert erreicht, bis dahin war es ein slawisch geprägtes Land, bewohnt von Völkern mit einer kulturellen, ethnischen und genetischen Identität, verwandt jener der heutigen Sorben und Tschechen. Zscheiplitz war dafür  ausersehen, ein zentraler Punkt der Fränkischen Expansion im Gebiet von Ost-Thüringen zu werden. Irgendwann im Laufe des 10. Jahrhunderts wurde es zur Residenz der Familien, die das Gebiet im Auftrag der deutschen Könige und Kaiser des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation aus der Dynastie der Ottonen regierten – den Grafen von Goseck, den sächsischen Pfalzgrafen und einem jüngeren Zweig der Familie der Wettiner.

Unter dem Namen „Weissenburg“ blieb der Sitz bis zum Tode des Pfalzgrafen Friedrichs III in der Hand der Familie Goseck. Der Chronik von Reinhardsbrunn zufolge wurde er auf Befehl seines Rivalen um Macht, Reichtum und Einfluss, dem Grafen Ludwig von Thüringen, ermordet. Nach kurzer Haft hat Ludwig dann Friederichs Gattin und nunmehr Witwe Adelheid geehelicht, die den Fürstensitz und das Umland dem St. Bernard-Orden zur Vergebung ihrer Sünden schenkte. Mit dem Tod seiner letzten Bewohner wurde das Nonnenkloster von Zscheiplitz in den 1540er aufgelöst. Das Dorf und Grundstück kamen in den Besitz von Moritz von Sachsen, der das Zscheiplitzer Herrenhaus errichtete, das ausschließlich den Edlen des Landes als Besitz zur Verfügung stehen sollte.

Rückzugsgefechte Napoleon Bonapartes haben Zscheiplitz nur wenig in Mitleidenschaft gezogen. Er hatte im Oktober des Jahres 1813 seine Artillerie zur Deckung seines Rückzuges auf dem Hügel in Stellung gebracht. Auch von den 2 Weltkriegen des 20. Jahrhunderts blieb das Dorf weitestgehend unberührt. So hat das Dorf Zscheiplitz im Gegensatz zu vielen anderen kein Denkmal für seine Kriegstoten.

Nach dem 2. Weltkrieg gehörte der Herrensitz bis zur sozialistischen Gebietsreform der Familie Bila, und danach, in Gemeinschaft, zwölf Flüchtlingsfamilien aus den verlorengegangenen Ostgebieten Deutschlands. In den frühen 2000er Jahren war das Herrenhaus am Rande einer Katastrophe: es hatte zwei seiner fünf Dächer verloren; die gesamte Fassade und alles schmückende Inventar eingebüßt; Öfen und Feuerstellen waren zerstört; die elektrische Verkabelung herausgerissen, das Wasserleitungssystem nicht mehr funktionsfähig; die Fußböden verfault; und Fenster und Türen zerbrochen.

Fast zwei Jahrhunderte hindurch war die pfalzgräfliche Residenz von Zscheiplitz Sitz einer der mächtigsten und an Einfluss reichsten Familien in Europa: der Grafen von Goseck, der Pfalzgrafen von Sachsen, der jüngeren Linie der Wettiner. Als Zentrum von Macht und Ansehen im Osten des Heiligen Römischen Reiches war es ein Ort regelmäßiger Treffen  und Beratungen, und, in der Tat auch zeitweilige Residenz der ottonischen Herrscher. Um das Jahr 1000 herum wurde hier der spätere Erzbischof von Bremen und Hamburg, Adalbert, geboren. Vom 10. bis in das 12. Jahrhundert hinein war Zscheiplitz einer der wenigen Orte, von dem aus die Politik im Großraum Europas ganz entscheidend beeinflusst wurde.

Im Jahre 2008 konnte die Familie von Hahn, direkte Nachkommen des Grafen Burchard I. von Goseck in mütterliche Linie und somit gleichermaßen verwandt mit Friedrich III und Ludwig von Thüringen, die Ruinen des Herrenhauses erwerben. Über die letzten zwei Jahrhunderte waren unsere Vorfahren im Baltikum ansässig und dort in ganz verschiedenen Funktionen in militärischen und diplomatischen Bereichen für das russische Zarenhaus Diensten.

Seitdem wir im Sommer 2011 im Herrenhaus von Zscheiplitz unseren Wohnsitz genommen haben, haben wir im Verlauf der letzten drei Jahre Haus und Gärten des ehemaligen Klosters einer gründlichen Renovierung unterzogen.

Wir erhalten keine unmittelbaren finanziellen Hilfen dazu, weder von Seiten des Staates noch von mit dem Denkmalschutz betrauten Behörden. Dennoch ist es unser Ziel, die Geschichte der Gebäude mit der interessierten Öffentlichkeit zu teilen indem wir das Haus für Besucher geöffnet halten.

 © Alexander Hahn, November 2016


Kloster Zscheiplitz Laboratory of Heritage & Development (ZSD)

Tentative proposal, July 2016

Overview

The long-term management of both cultural and natural capital can be cast in terms of the principles of sustainable development.

When applied to natural capital, sustainable development implies management of natural resources in a way that provides for the needs of the present generation without compromising the capacity of future generations to meet their own needs; that is, the principle of intergenerational equity (World Commission on Environment and Development 1987). Another key element of sustainability in natural capital management is the precautionary principle that argues for a risk-averse stance in decision making when irreversible consequences such as species loss are possible.

Both of these principles are relevant to cultural heritage sustainability. Because the stock of cultural capital, both tangible and intangible, embodies the culture we have inherited from our forebears and which we hand on to future generations, it is inevitable that questions of intergenerational equity are raised. Heritage decision making is constantly faced with the long-term implications of strategies for conservation, upgrading, and adaptive reuse of buildings and sites. Similarly, the precautionary principle can be invoked when demolition of a historic building is threatened; once gone, such unique cultural heritage cannot be replaced (World Commission on Culture and Development 1995; UNESCO 1998; Throsby 2003).

Indeed, one can go further in drawing the parallel between the sustainability of natural and cultural capital by suggesting that the concept of ecologically or environmentally sustainable development (often referred to as ESD) has a counterpart in culturally sustainable development (CSD), a proposition that foreshadows the possibility of identifying culturally sustainable growth paths for the economy.

When applied to heritage, cultural sustainability implies assessing conservation investment projects against a set of criteria that might include:

• Efficient generation of material and non-material well-being for stakeholders;

• Serving principles of intergenerational equity by taking due care of the heritage in the interests of future generations;

• Ensuring equitable participation in the benefits of the heritage among

members of the present generation:

• Paying explicit attention to the long-term maintenance of the cultural values inherent in the heritage and in the services it provides.

Heritage policies are being increasingly integrated with urban and rural regeneration strategies, tourism activities, cultural industry, community education and participation in programs, and even in regional planning (as in the case of London’s “Historic Environment” initiative). In this case, enhancing the sustainability of the natural and built environment, including important urban heritage sites, is sought through the formulation of a framework for action containing a coherent tourism and cultural strategy.

Aims

ZSD is to provide the platform for the interdisciplinary discussion on the sustainable developement scenarios of the unique Saale-Unsturt region, which encompasses three  protected areas of international cultural, environmental and economic significance: UNESCO World Heritage Saale-Unstrut region, National park Saale-Unstruttal/ Triasland and the wine economic are of Saale-Unsturt. The discussion is to focus on the formulation of coherent heritage policy and its primary objectives, such as promoting efficiency in the production of both economic, environmental and socio-cultural benefits through heritage conservation, and protecting the public interest in regard to the various aspects of the public-good benefits of heritage.

Tangible cultural heritage policies, regulation, and incentive instruments are meant to safeguard and protect the integrity of cultural heritage assets; in turn, these can affect the performance of property, service & tourism markets and influence local development prospects and job creation opportunities. In investment operations the economic outcomes are contingent on the adoption and proper use of a set of policy instruments (fiscal incentives, access to special credit lines, property tax deferment etc) that may produce optimal economic returns and, at the same time, protect and preserve the non-market legacy value of cultural heritage assets.

Actions should develop and deploy via large-scale demonstration projects novel heritage-led systemic approaches and solutions for sustainable growth. In order to pave the way for their rapid replication and up-scaling, a ‘Role models’ and ‘Replicators’ approach should be implemented.

The ‘Role models’ are urban or rural landscapes which have demonstrably and successfully pursued a heritage-led regeneration.

The ‘Replicators’ are urban or rural landscapes that will be assisted/mentored by ‘Role models’ and committed to their heritage-led regeneration within the duration of the project, replicating the heritage-led regeneration ‘blueprints’ of the ‘Role models’, properly contextualised to fit their particular contexts. The ‘Replicators’ will therefore proactively seek advice, assistance and mentoring from the ‘Role models’, have privileged contact with them and access to their know-how, and will participate in the definition of user requirements and the methodology for transferability of solutions, data collection etc.

Projects should aim to:

  • map, analyse and systematically document successful heritage-led regeneration models in ‘Role models’, linking where appropriate cultural and natural heritage; make this evidence base readily accessible to a community of competent and interested authorities, planners, practitioners, enterprises and stakeholders (including civil society) through innovative communication and training strategies. Particular emphasis should be made on successful business and management models, financing mechanisms, leveraging of investments, governance structures, urban and territorial plans and legal frameworks.
  • assist ‘Replicators’ through provision of expertise, advice and capacity building in developing and implementing during the life of the project their heritage-led regeneration plans, including appropriate business and management models, financing mechanisms, governance structures, planning tools and legal frameworks;
  • set up a robust monitoring scheme to monitor the performance of the deployed regeneration scheme, so as to assess the impact for the targeted rural and urban areas in an as quantifiable way as possible against a well-defined baseline at the time of the proposal. Performance monitoring should last for a period of at least 2 years within the life of the project. Longer term monitoring commitment beyond the end of the project, while continuing the systematic documentation of the data, will give an added value to the proposal;
  • develop methodologies enabling the replication and up-scaling of heritage-led urban regeneration projects in different contexts, including replication of innovative investment strategies, governance and business models;
  • identify potential regulatory, economic and technical barriers and propose concrete ways to optimise policy and regulatory and administrative frameworks;
  • establish long-term sustainable data platforms securing open, consistent data and performance measurements and interoperability of data infrastructures to ensure effective communication, public consultation, exchange of practices and sharing of experiences and a continuous building up of the ‘knowledge portfolio’ through long-term (i.e. beyond the life of the project) exploitability of the results.

Expected impact

Projects are expected to contribute to:

  • providing new heritage-led urban and rural regeneration paradigms, up-scalable and replicable, replacing the object-oriented approach with a spatial approach in heritage planning and offering new economic and investment opportunities, new products and services, reduced regulative and administrative barriers, innovative governance adopting trans-disciplinary and participatory approaches and promoting citizens’ engagement and new local skills and jobs;
  • strengthening Germany’s capacity as a world-leader in promoting, financing, developing, managing and replicating innovative use of heritage for urban and rural regeneration in Europe and beyond;
  • securing heritage conservation and sustainability through fostering collective management, responsibility and ownership of cultural heritage, and establishing a “community of practice” to promote heritage potential as a production (rather than a cost) factor to the society through unlocking its potential as a driver for regeneration and a catalyser for economic growth and jobs;
  • providing as quantifiable evidence as possible of the cultural, social, environmental and economic benefits (e.g. set-up of companies, start-ups in new productive activities in different fields new cultural products and services, tourism, construction industry, developing talent, attracting new investment in the regeneration sector etc.) of heritage reuse at different levels, including in deprived or less developed areas;
  • mobilising investment and opening up of new market opportunities for businesses through networking at national level competent authorities and stakeholders interested in using heritage to regenerate their cities or rural areas;
  • positioning Germany as a leading force in the use of heritage as a means for social, cultural and economic development;
  • assisting regions in developing their Research and Innovation Smart Specialisation Strategies by including sound heritage-led urban and rural regeneration projects.

  © Alexander Hahn, November 2016

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