Neuer Wein in unserem Keller

Wir freuen uns, zwei talentierte Winzer in unserem Keller begrüßen zu dürfen: Sören Siegmund von Siegmund & Klingbeil und Rolf Reifert von Weinbau am Geiseltalsee.

 

Weinhaus Siegmund & Klingbeil

In Berlin gibt es vielleicht keinen Weinbau, das heißt jedoch nicht, dass Berliner keinen Weinbau können. Bestes Beispiel ist das Weinhaus Siegmund & Klingbeil aus Naumburg im Anbaugebiet Saale-Unstrut. Ausbildung und Studium im Rheingau haben Sören Siegmund gerüstet, bis er sich seinen Wunsch, eigenen Wein zu machen, erfüllen konnte. Der Auftakt mit kleiner Kollektion ist vielversprechend.

Eher ungewöhnlich ist die Geschichte, die das Weinhaus Siegmund & Klingbeil schreibt. Ohne große Weinvergangenheit sind die beiden Berliner Sören Siegmund und Kompagnon Sebastian Klingbeil trotzdem erfolgreich. Aus der Hauptstadt zog es den jungen Sören Siegmund zunächst zur Winzerlehre nach Johannisberg im Rheingau, ein Studium in Geisenheim folgte. Am Neusiedlersee sammelte er anschließend wertvolle Erfahrung, bevor er in Werder richtig auf den Geschmack des Weinmachens kam. Durch seine Tätigkeit im Institut für Agrar- und Umweltanalytik in Freyburg konnte er erste zugekaufte Trauben im Keller des Labors verarbeiten. Endlich war es 2015 so weit, dass der Winzer eigene Trauben zur Verfügung hatte und das Weinhaus Siegmund & Klingbeil Fahrt aufnehmen konnte.

Die Rebflächen liegen in Naumburg und wurden einst von einem anderen Weingut genutzt. Nun bewirtschaftet das Weinhaus Siegmund & Klingbeil den 1 Hektar. Um die Reben kümmern sich die Jungunternehmer mit Hingabe, die Trauben lassen sie voll ausreifen, bevor sie diese selektiv per Hand lesen. Die weißen Trauben durchlaufen für gewöhnlich eine 12-stündige Maischestandzeit, werden dann schonend gepresst und gekühlt vergoren. Mindestens drei Monate bleiben die Weine vom Weinhaus Siegmund & Klingbeil auf der Hefe liegen. Die Silvaner-Spezialität gärt nach uralter Methode besonders schonend im Gärei, mit einem Teil ganzer Trauben. Der Dornfelder reift 12 Monate im Eichenfass.

Die Gutedel-Reben haben schon 80 Jahre auf dem Buckel, die Silvaner-Reben 30 Jahre. Die Erträge für das Weinhaus Siegmund & Klingbeil sind deshalb natürlicherweise gering. Beste Lage ist das “Dorndorfer Rappental”. In den steilen Hängen bekommen die Reben, die auf Muschelkalk und Buntsandstein wachsen, viel Sonne. Der Riesling gibt sich zitronig mit schmelzigem Abgang.


 

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Weinbau am Geiseltalsee

Die Mitglieder der Familie Reifert aus Freyburg sind Pioniere. Das unglaubliche Rekultivierungsprojekt der Visionäre ist einmalig auf der Welt: Im ehemaligen Braunkohlentagebau Geiseltal schufen sie einen Weinberg. Aber eins nach dem anderen. Das Braunkohlenrevier Geiseltal gehörte zu den bedeutendsten Bergbaugebieten Deutschlands. Von der ersten urkundlich belegten Erwähnung im Jahre 1698 bis zur endgültigen Einstellung des Braunkohlenabbaus 1993 vergingen fast 300 Jahre. In dieser Zeit wurden im Geiseltal ca. 1,43 Mrd. Tonnen Rohbraunkohle gefördert. Als Schluss mit dem Bergbau war, begann man mit der Rekultivierung der zerstörten Landschaft. Und genau hier kam der damalige Hobby-Winzer Rolf Reifert ins Spiel.

Nach einem Einblick in die Profilierungsstudie des Rekultivierers erkannte er, dass dort eine ideale Weinlage entstehen würde. Die südliche Ausrichtung, die 30 % Steigung und die Spiegelung des Sees würden ein Qualitätsmerkmal sein, das in Deutschland wohl kein zweites Mal auftritt. Das Wasser würde die Sonne reflektieren, tagsüber Wärme speichern und sie nachts wieder an den Hang abgeben. Zusätzlich wäre die Nordseite durch einen Wald vor Kaltluft geschützt. Und genau so kam es.

„Der Weg dorthin war aber nicht leicht“, erinnert sich Rolf Reifert. „Wir betraten ja schließlich Neuland.“ Die vielen Herausforderungen wurden mit eigens entwickelten Techniken, der Hilfe von Universitäten und vor allem mit dem Glauben an die Lage am Geiseltalsee schließlich bewältigt. Und das beschert der Region heute einen Wein im Anbaugebiet Saale-Unstrut mit einer wohl unverwechselbaren Qualität.

 

Weine aus beiden Weingütern sind im Pfalzgrafenkeller und im Weinclub-Abo erhältlich

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